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Asset Manager entlassen 10% der Mitarbeiter

Die Entlassungen sollen bis Anfang 2021 erfolgen, Investment-Manager sollen aber weitgehend verschont bleiben.

Asset Manager entlassen 10% der Mitarbeiter

Aus New York berichtet Alex Steger, Chefredakteur von Citywire Professional Buyer.

Asset Manager müssen höchst wahrscheinlich rund 10% ihrer Belegschaft abbauen, da sie mit den Folgen von Covid-19 zu kämpfen haben. Zu diesem Ergebnis kommt das Beratungsunternehmen Johnson Associates in einem Report.

Dem Report zufolge sollen die Entlassungen gegen Ende dieses Jahres und Anfang 2021 erfolgen und hauptsächlich diejenigen betreffen, die in den operativen Bereichen, in der mittleren Führungsebene und in weniger qualifizierten technischen Positionen tätig sind.

Viele Entlassungen seien darauf zurückzuführen, dass die Unternehmen während des Lockdowns realisiert hätten, dass sie in der Lage seien, ihre Prozesse zu optimieren. „Die Unternehmen haben festgestellt, dass sie einfach deutlich effizienter sind, als sie es erwartet hatten. Es war zwar eine erfreuliche Überraschung, allerdings weniger gut für die Mitarbeiter, aber durchaus gut für die allgemeine Effizienz“, so Alan Johnson, der Autor des Reports.

Viele haben durch die Umstellung ins Home Office und die veränderten Arbeitsbedingungen gemerkt, dass nicht mehr so viele Managementebenen benötigt werden, wie es zuvor der Fall war. Auch durch den Einsatz von Technologie erkennen Asset Manager nun, dass sie nicht mehr so viele Mitarbeiter brauchen.

Johnsons Aussagen erinnern an einen Kommentar vom „Bond King“  Jeffrey Gundlach. Der Gründer des amerikanischen Asset Managers DoubleLine Capital warnte bereits im Juni, dass das Virus noch zu Entlassungen in der mittleren Managementebene führen würde, da Unternehmen ihre Ausgaben wegen des Lockdowns überdenken würden.

Investmentmanager sollen weitestgehend verschont bleiben

„Die Mitarbeiter auf der Investment-Seite sind in der Regel wertvolle Mitarbeiter für Unternehmen, die man nicht so einfach ersetzen kann und von denen es auch nicht so viele gibt“, schreibt Johnson. Er glaube, dass es trotzdem auch einige Entlassungen bei Investment-Managern geben werde, jedoch bei weitem nicht so viele wie in anderen Bereichen.

Die Entlassungen seien jedoch nicht nur eine Folge der Coronavirus-Pandemie, die sich auf die Einnahmen und die Effizienz des Unternehmens auswirke. Sie seien auch auf längerfristige Trends wie sinkende Gehälter und den zunehmenden Wettbewerb im Asset Management zurückzuführen.

Laut Johnsons Bericht werden angesichts dieser Faktoren und der durch Covid-19 verursachten Ungewissheit zudem die Bonuszahlungen für diejenigen, die in der traditionellen Vermögensverwaltung tätig sind, im Vergleich zum Vorjahr wahrscheinlich um etwa 10% bis 15% niedriger ausfallen.

Diese Prognose ist nicht ganz so düster wie seine vorherige am Ende des ersten Quartals, als Johnson einen Rückgang der Boni um 25% bei den traditionellen Asset Managern vorhergesagt hatte, die zu diesem Zeitpunkt nach dem Crash im März sehr litten, da noch keine deutliche Erholung der Märkte absehbar war.

Johnson beschreibt im Bericht, dass die wiedererstarkten Märkte die Angst vor einem katastrophalen Jahr bei Finanzdienstleistern gemildert hätten, dass aber die Anleger immer noch zu Produkten mit niedrigeren Gebühren wechseln würden, was sich aber wiederum auf die Einnahmen der Unternehmen auswirke.

Diejenigen Asset Manager, die ihr Geschäft stärker auf Alternativen und Strategien verlagert hätten, die sich weniger leicht durch Indizes abbilden ließen, würden wahrscheinlich weniger Entlassungen vornehmen und die Löhne wettbewerbsfähig gestalten.

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