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Deutsche Börse kauft ESG-Datenanbieter ISS

Zu den ISS-Kunden gehören die großen Asset Manager und intitutionlle Investoren. Bislang gehörte das Unternehmen einer Private-Equity-Gesellschaft.

Deutsche Börse kauft ESG-Datenanbieter ISS

Die Deutsche Börse kauft den amerikanischen Datenanbieter Institutional Shareholder Services (ISS). Das Frankfurter Unternehmen wird eine Mehrheitsbeteiligung von 80% an ISS erwerben, heißt es in einer aktuellen Mitteilung.

ISS gehört zu den weltweit größten ESG-Datenanbietern und offeriert daneben auch Governance-Lösungen, Research und Analysen. Insgesamt hat das Unternehmen 4000 Kunden, darunter führende institutionelle Investoren und Asset Manager.

Der bisherige Mehrheitseigentümer Genstar Capital, eine Private-Equity-Gesellschaft aus San Francisco, verkauft damit den Großteil seiner Anteile an die Deutsche Börse. Das Unternehmen bleibt aber gemeinsam mit dem Management von ISS zu 20% beteiligt. Genstar Capital kaufte seine Mehrheitsbeteiligung an ISS 2017 für $720 Millionen. Das geht aus einer Mitteilung der Anwaltskanzlei Willkie Farr & Gallagher hervor, die beide Transaktionen begleitet hat.

Die deutsche Börse hat für ihre Beteiligung an ISS wohl wesentlich mehr ausgegeben. Der Wert des gesamten Unternehmens ISS beträgt mittlereile $2,28 Milliarden Dollar oder umgerechnet €1,93 Milliarden. Die Transaktion soll im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen werden.

Mit ISS will die Deutsche Börse Wachstumschancen nutzen, die der Trend zu nachhaltigen Investments bietet. „Mit der einzigartigen ESG- und Datenexpertise von ISS entwickelt sich die Deutsche Börse zu einem führenden globalen Anbieter von ESG-Daten“, so das Unternehmen.

ISS wiederrum profitiere von der Infrastruktur und dem internationalen Indexgeschäft der Gruppe Deutsche Börse. Auch nach Abschluss der Transaktion sollen bei ISS die Daten und das Research unabhängig und unbeeinflusst bleiben. „Das derzeitige Führungsteam mit dem CEO Gary Retelny wird in die Transaktion investieren und auch nach dem Abschluss die Geschäfte von ISS führen“, so die beteiligten Unternehmen.

Die Geschäftsaktivitäten von ISS und der Deutschen Börse ergänzten sich und böten Synergien beispielsweise im Vertrieb. Zur Deutsche Börse gehört bereits der Datenanbieter Qontigo, der sich auf den Bereich Indizes spezialisiert hat, sowie Clearstream, ein Nachhandelsdienstleister. „Es wird erwartet, dass die Umsatzsynergien bis 2023 zu einem zusätzlichen Ebitda von €15 Millionen führen“, heißt es von der Deutschen Börse. ISS eröffne der Unternehmensgruppe zudem Zugang zu seiner Buyside-Expertise mit über 2000 Asset-Management-Kunden, darunter die Top 10 weltweit. Außerdem hat ISS im Heimatmarkt USA einen hohen Marktanteil.

Für 2020 werde erwartet, dass ISS Nettoerlöse von mehr als $280 Millionen und eine bereinigte Ebitda-Marge von ungefähr 35 % vor Transaktionseffekten erzielt. Bei den Nettoerlösen wird erwartet, dass diese bis 2023 mit durchschnittlich mehr als 5% pro Jahr organisch wachsen, heißt es. ISS wird als separates Geschäftsfeld der Deutschen Börse ausgewiesen werden.

„Gemeinsam haben ISS und die Deutsche Börse beste Voraussetzungen, um einer der weltweit führenden ESG-Akteure der Zukunft zu werden. Die Unternehmenskultur und das Leadership-Team von ISS haben uns nachhaltig beeindruckt. Wir freuen uns darauf, im Zuge dieser Partnerschaft mit ISS das weitere Wachstum des Unternehmens zu unterstützen und gemeinsam die Strategie der Deutschen Börse weiterzuentwickeln“, sagt Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse.

Gary Retelny, Präsident und CEO von ISS sagt: „Die führenden Marken und Lösungen der Deutschen Börse passen sehr gut zu den Angeboten von ISS in den Feldern ESG, Governance, Index und Marktresearch.“

Tony Salewski, Managing Director bei Genstar Capital, sagt: „Wir werden weiterhin als Investoren bei ISS an Bord bleiben und freuen uns auf den Wert, den die Deutsche Börse für dieses Geschäft generieren wird, und darauf, das Wachstum von ISS gemeinsam weiter voranzutreiben.“

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