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Edelmetallmanager Siegel: „Ich meide Aktien aus China, Russland und den USA“

Der Manager hält ein Citywire-Rating A.

Edelmetallmanager Siegel: „Ich meide Aktien aus China, Russland und den USA“

Martin Siegel, Edelmetall-Experte und Gründer der Fondsboutique Stabilitas (Citywire-Rating A), traut Silberaktien dieses Jahr eine starke Performance zu. Palladium stecke dagegen in einer Blase. Aktien aus China, Russland und den USA vermeidet er so weit wie möglich. „Diese Länder sind zu groß, als dass sie sich einer internationalen Rechtsprechung unterwerfen würden“, sagt Siegel.

Sein Fonds Stabilitas Silber + Weißmetalle hat 2019 einen Ertrag von 81,2% erwirtschaftet. Das liegt vor allem auch am Weißmetallanteil, zu dem neben Platin eben auch Palladium gehört. Nach dem steilen Preisanstieg für dieses Metall baute er den Anteil von Palladiumaktien aber ab. „So gehe ich in solchen Phasen immer vor: Ich verkaufe in die Blase hinein“, sagt Siegel bei einem Gespräch beim Fonds Professionell Kongress in Mannheim.

Dieses Jahr setzt er dagegen vor allem auf Silberaktien, denn Silber habe im Vergleich zu Gold Aufholpotential. Dafür spricht auch die Gold-Silber-Ratio, also das Verhältnis von Gold- und Silberpreis. Grundsätzlich zeige Silber immer größere Ausschläge als Gold. „Das liegt daran, dass der Markt für Silber viel kleiner ist“, sagt Siegel. Während der Goldpreis 2019 stark gestiegen sei, sei dies bei Silber nur begrenzt der Fall. „Silber hat noch viel Potential“, meint Siegel.

Dabei setzt er eher auf große Unternehmen wie Pan American Silver. „Silber an sich ist ja schon volatil, dann brauche ich mir nicht noch zusätzliche Risiken reinzuholen, indem ich auf Titel mit geringer Marktkapitalisierung setze“, sagt Siegel. Er vermeidet kleinere Silberfirmen, weil es oft schwer sei, sie zu verkaufen, wenn Silber und damit auch die Silberproduzenten im Preis fallen.

Stattdessen hat Siegel einen Teil des Fonds in mittelgroße Goldminenaktien angelegt. Dazu gehören auch Royalty-Firmen. Dies widerspricht zwar auf dem ersten Blick dem Anlagefokus des Fonds, doch erstens gibt es nur wenige reine Silberminenfirmen. Zudem weisen bestimmte Goldbergbautitel laut Siegel ein ähnliches Chancen-Risiko-Verhältnis wie die großen Silberminenaktien auf und eignen sich deswegen für seinen Fonds gut zur Beimischung und Diversifikation.

Aber warum vermeidet er nicht nur Aktien aus China und Russland, sondern auch aus den USA? Er habe schlechte Erfahrungen gemacht, sagt Siegel. Vor Jahren hielt er Anteile einer Goldfirma über American Depository Receipts (ADRs) – also Hinterlegungsscheine, die von amerikanischen Banken ausgegeben werden und die mit Aktien von Unternehmen hinterlegt sind. Siegel hielt ADRs eines Goldminenunternehmens im Depots. Als die Aktien wegen eines Übernahmeangebots in die Höhe schossen, löste die amerikanische Bank die Hinterlegungsscheine auf – allerdings zum Preis vor dem Übernahmeangebot. „Die Bank hat sich die Kursdifferenz  und zudem noch Gebühren in Höhe von 10% des Verkaufspreises einbehalten“, erzählt Siegel. Nach mehrfachen anwaltlichen Interventionen hatte die US-amerikanische Börsenaufsicht das Verhalten der Bank als korrekt beurteilt.

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