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Jeffrey Gundlach: „Die Ausfallrate bei High Yields könnte sich verdoppeln“

Der DoubleLine-Gründer ist der Meinung, dass die Federal Reserve nicht länger bei der Bewältigung der Liquiditätsprobleme helfen kann.

Jeffrey Gundlach: „Die Ausfallrate bei High Yields könnte sich verdoppeln“

Aus New York berichtet John Coumarianos von Citywire USA.

Bond-König Jeffrey Gundlach warnt vor dem Markt für Hochzinsanleihen. Er vermutet, dass sich die Ausfallraten bald verdoppeln könnten, wenn sich die wirtschaftliche Lage nicht verbessert.

In der vergangenen Woche erzählte der Gründer von DoubleLine Capital und Manager des DoubleLine Total Return Bond Fund in einem Webcast, dass die Ausfallraten für den gesamten Junk-Bond-Index und für den Ex-Energy-Index aktuell höher als 2016 seien. Damals waren die Ausfallraten im Energiebereich sprunghaft anstiegen.

„Es gibt bei der Ausfallrate, die derzeit bei etwa 6% oder 7% liegt, noch Spielraum nach oben“, sagt Gundlach (im Bild). Er betont jedoch, dass sich die Anforderungen an die Kreditvergabe gerade verschärften, was in der Vergangenheit höhere Ausfällen zur Folge hatte.

Gundlach sagt auch, dass die derzeit niedrigen Renditen und Spreads bei Hochzinsanleihen nicht das seien, was man während einer Rezession erwarten würde. „Die Federal Reserve hat die Kurse von Hochzinsanleihen in die Höhe getrieben und es Unternehmen mit Junk-Rating ermöglicht, sich Unmengen an Geld zu leihen“, sagt er.

Trotzdem warnt Gundlach, dass die Hochzinsanleihen Anzeichen anzeigen, dass Unternehmen zunehmend Probleme bei der Zahlungsfähigkeit bekommen könnten. Dieses Problem könne nicht durch weitere Interventionen der US-Notenbank gelöst werden. „Die Fed kann die Liquiditätsprobleme fast über Nacht beseitigen, aber die Probleme bei der Zahlungsfähigkeit hängen von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es viele Schrottanleihen gibt, deren Kurs heute, oder sicherlich vor einer Woche noch, über der Recovery Rate liegt, falls sie ausfallen sollten, und das ist ein Problem“, sagt er.

Gundlach sagt zudem, dass er sich nicht auf eine einzelne Kennzahl wie die historische Marktperformance verlassen würde, um Marktprobleme nach der Verschärfung der Kreditvergabestandards zu beleuchten. Betrachtet man aber nur diese eine Kennzahl, kann man die gegenwärtige Lage wegen der engen Spreads als die am stärksten überbewertete Situation in der Geschichte des Marktes für Hochzinsanleihen bezeichnen.

Was den Aktienmarkt anbelangt, meint Gundlach, dass die heutigen Spitzentechnologieunternehmen in weitaus besserer Verfassung seien als während der Dot-Com-Technologieblase im Jahr 2000, als viele Internetunternehmen keine Einnahmen und viel weniger Gewinne hatten. Allerdings sei er angesichts der derzeitigen Kurse skeptisch und meint, diese seien „relativ schlecht, besonders, wenn man es mit 1929 vergleicht“.

Gundlach sagt, dass der Shiller-KGV oder die Cape Ratio jüngst bei 30 lag, also auf dem gleichen Niveau wie im Jahr des Wall Street Crashs 1929.

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