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Jens Ehrhardt: US-Wachstumstitel sind überbewertet

Laut des seines Kapitalmarktausblicks fürs nächste Jahr rechnet der DJE-Gründer mit einem Börsen- und Wirtschaftsaufschwung.

Jens Ehrhardt: US-Wachstumstitel sind überbewertet

Wachstumstitel sind überbewertet und erinnern an die Lage im Jahr 2000. Value-Aktien könnten dagegen ein gutes Jahr 2021 erleben. Allgemein ist mit einem Börsen- und Konjunkturaufschwung zu rechnen. Als Risiken sind geopolitische Spannungen, aber auch ein Überschießen der Inflation zu nennen. Das schreibt Jens Ehrhardt, Gründer und Vorstandsvorsitzender von DJE Kapital, in seinem Kapitalmarktausblick fürs kommende Jahr.

Ehrhardt verweist darauf, dass „die überwiegende Mehrzahl der Aktienkurse heute aber immer noch unter den Hochs vom Januar 2018“ liegen. Der Dax liegt weit unter dem Höchststand auf dem Jahr 2000. Aktien seien also keineswegs überbewertet, was besonders für Value-Titel gilt. „Sogenannte Value-Aktien, die von einer allgemeinen Wirtschaftsbesserung profitieren dürften, sollten erhebliches Nachholpotenzial haben“, schreibt er.

Als Treiber des Börsen- und Wirtschaftsaufschwung sieht Ehrhardt vor allem die Stützungsmaßnahmen der Zentralbanken und Regierungen. Durch das schnelle Handeln der Regierungen und Zentralbanken konnten sich die Börsen schnell erholen, und die Wirtschaft, denkt Ehrhardt, werde nachziehen. „Fast das ganze Jahr über wurde darauf hingewiesen, dass sich die Börse mit ihrem Anstieg total von den wirtschaftlichen Realitäten gelöst hätte und entsprechend eine neue Baisse zu erwarten sei. Übersehen wird dabei von den meisten, dass die monetäre Konjunkturstimulierung der Wirtschaftsgeschichte immer einen Zeitvorlauf vor der realen Wirtschaft von etwa einem Jahr hat“, schreibt Ehrhardt. Sie werde ins erste Halbjahr wirken.

Besonders achtsam verfolgt Ehrhardt die Inflation. Sollte es zu überraschend hohen Teuerungsraten kommen, würde die Federal Reserve trotz ihrer Aussagen, dass sie eine überschießende Inflation in Kauf nimmt, reagieren. „Wegen ihrer Bedeutung für die Zentralbankpolitik muss die US-Inflation genauestens beobachtet werden – besonders im Immobilienbereich, der sehr hoch bei Mieten und Eigennutzung gewichtet ist“, sagt Ehrhardt. Auch geopolitische Spannungen wie der „neue Kalte Krieg zwischen West und Ost“ könnten den Aufschwung beeinträchtigen.

Auch auf Europa geht Ehrhardt ein. Die hohe Neuverschuldun und fiskalpolitische Maßnahmen dürften die Wirtschaft hierzulande stützen. Noch interessanter ist die Situation in Asien. „Weltweit ist ein erneut gutes Abschneiden der asiatischen Börsen inklusive Japan realistisch. Dort sind die Bewertungen im internationalen Vergleich niedrig und das Wachstum hoch“, schreibt Ehrhardt. 

Eindeutig überbewertet seien dagegen Wachstumsaktien: „Wie ungesund die Verhältnisse bei den Bewertungen teilweise zuletzt waren, zeigt ein aktueller Vergleich: Die größte Aktiengesellschaft zur Vermittlung von Digitalkonferenzen war etwa zwei Drittel so viel wert wie alle europäischen Telekommunikationsgesellschaften zusammengenommen. Solche Vergleiche erinnern bereits an die Überbewertungen des Jahres 2000.“

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