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Mellon-Manager: Anleger sollten US-Dollar-Investments reduzieren

Biden wäre zwar kurzfritig schlechter für den Dollar. Doch der langfristige Abwärtstrend ist unabhängig vom Ergebnis der US-Wahl.

Mellon-Manager: Anleger sollten US-Dollar-Investments reduzieren

Die weltweite Leitwährung wird langfristig weiter abwerten. Das sei unabhängig von der Frage, wer die US-Wahl am 3. November gewinnt. Das meint Federico Garcia Zamora (im Bild), Head of Emerging Market Debt bei Mellon, einer Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management. Zamora rät Anlegern daher auf US-Dollar lautende Investments zu reduzieren oder abzusichern.

„Ein Sieg von Joe Biden würde aus unserer Sicht den Abwärtstrend des US-Dollars beschleunigen. Biden ist ein traditioneller Multilateralist und würde wahrscheinlich dem internationalen Druck nachgeben, einige der von Trump auferlegten unilateralen Handelsbeschränkungen zurückzunehmen“, so der Experte in einem aktuellen Kommentar. Ein Trump-Sieg würde den Abwärtstrend des Dollars dagagen vorübergehend umkehren. Es sei davon auszugehen, dass er weiterhin Druck auf die wichtigsten Handelspartner und besonders China ausüben würde. Allerdings wäre diese Entwicklung eben nur kurzfristig. Daher gilt Zamoras Rat, Dollar-Investments zu reduzieren, unabhängig vom Wahlausgang.

„Alle gängigen Kennzahlen deuten darauf hin, dass der US-Dollar momentan teuer ist. Zieht man den realen handelsgewichteten US-Dollar-Index heran, liegt die Währung 10% über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Die Geschichte zeigt, dass Aufwärts- und Abwärtszyklen des US-Dollars typischerweise zwischen sechs und zehn Jahren dauern. Der jüngste Aufwärtszyklus begann 2011 und dauert bisher neun Jahre an. Auf lange Sicht nähert sich eine Währung ihrem durchschnittlichen Langzeitwert an – dafür sprechen fundamentale Gründe“, so Zamora.

Mit der Aufwertung einer Währung würden inländische Produkte und Vermögenswerte für den Rest der Welt teurer. Das sei auch in den USA der Fall. „Die Verschlechterung des so genannten ‚Zwillings-Defizits‘ aus Haushalts- und Handelsbilanzdefizit deutet darauf hin, dass es Spielraum für eine Dollar-Abwertung gibt. Ausländische Investoren, die ihre Bestände in US-Dollar denominierte Anlagen reduzieren, könnten diese Abwertung verstärken“, schreibt Zamora.

Ein weiteres Anzeichen für eine Abwertung läge in der antizyklischen Natur des US-Dollars, schreibt der Schwellenländerspezialist: „In der Regel korreliert der US-Dollar umgekehrt mit dem globalen Wachstum. Das heißt, wenn sich das globale Wachstum verlangsamt, wertet der US-Dollar in der Regel aufgrund seiner Attraktivität als sicherer Hafen auf. Wenn sich das globale Wachstum beschleunigt, verliert der US-Dollar typischerweise an Wert, weil sich die Risikobereitschaft verbessert. Wir gehen davon aus, dass sich die Weltwirtschaft in den kommenden Quartalen wieder erholen wird. Es wird weiterführende Erkenntnisse bei der Behandlung von Covid-19-Patienten geben, und wir können auf kostengünstige Präventivmaßnahmen und Fortschritte im Entwicklungsprozess eines Impfstoffes hoffen. Das alles macht eine Abwertung des US-Dollars wahrscheinlich.“

Allerdings hätten vor drei Jahren auch viele Anzeichen dafür gesprochen, dass der US-Dollar fallen sollte. „Es kam jedoch anders“, so Zamora. „Die politischen Entscheidungen der Trump-Regierung bewirkten das Gegenteil. Das heißt, politische Einflussfaktoren sind trotz allen anderen makro-ökonomischen Umständen entscheidend.“ Auf langfristige Sicht geht der Manager dennoch von einer Abwertung des Dollars aus.

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