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Porträt: Wie die Partners Vermögensmanagement wachsen will

Burkhard Wagner und seine Vorstandskollegen Frank Fetzer und Günther Faltermeier erzählen im Interview, was ihr Unternehmen ausmacht.

Porträt: Wie die Partners Vermögensmanagement wachsen will

Der Umzug hat sich gelohnt. Seit mehr als einem Jahr arbeitet Burkhard Wagner nun schon in den neuen Räumlichkeiten in der Nähe des Nymphenburger Schlosses in München. An kalten Wintertagen treffen sich hier Leute an der Allee vor dem Büro und spielen Eisstockschießen auf dem zugefrorenen Kanal. Im Sommer kann man entlang des Kanals zum Schloss spazieren. Wer es sportlicher mag, zieht die Laufschuhe an und joggt durch den Schlosspark. „Außerdem finden unsere Kunden hier Parkplätze. Das war am Maximiliansplatz immer ein Problem“, sagt Wagner, Vorstandssprecher und Mitgründer der Partners Vermögensmanagement. Im alten Büro mitten in der Münchner Innenstadt war das Unternehmen 17 Jahre lang zu Hause. „Aber hier ist es auch nicht schlecht, oder?“

Das Gespräch findet im Erdgeschoss des Bürogebäudes statt, in dem die Partners Vermögensmanagement jetzt untergebracht ist. Mit Wagner betritt auch Vorstand Günther Faltermeier den weitläufigen Konferenzraum. Frank Fetzer, stellvertretender Vorstandssprecher und einer der Gründer der Firma, ist wegen eines Termins außer Haus. Wegen der Pandemie fällt das sonst übliche Händeschütteln zur Begrüßung aus, stattdessen halten Wagner und Faltermeier die Ellbogen hin. Der Tisch ist so groß, dass Abstand-Halten kein Problem ist. Die Tür zum Garten und zur Terrasse steht offen – eine Maske zu tragen, ist deswegen nicht nötig.

Burkhard Wagner und Günther Faltermeier am Nymphenburger Schlosskanal: Das neue Büro ist idyllisch gelegen.

Dabei nimmt Partners die Hygienevorschriften, die wegen der Corona-Pandemie gelten, sehr ernst. An strategischen Stellen im Gebäude finden sich Aufstelltafeln mit Hygienetipps, daneben stehen Behälter mit Anti-Bacter Handgel und Sprühflaschen mit BC-Sept Nova zum Desinfizieren von Flächen. „Einen Coronafall hatten wir zum Glück noch nicht“, sagt Faltermeier und erzählt, dass die Firma schon vor der Pandemie einen Notfallplan aufgestellt hatte. Diesen mussten sie, als es im März losging, nur noch in die Tat umsetzen. Aktuell kommen höchstens die Hälfte der Mitarbeiter ins Büro, der Rest arbeitet im Homeoffice.

Ein eingespieltes Team

14 Mitarbeiter beschäftigt die Partners Vermögensmanagement und verwaltet knapp €500 Millionen Vermögen von rund 630 Kunden – meist sind das vermögende Privatleute, aber auch Stiftungen und institutionelle Mandate. Neben dem Standort München gibt es noch eine Ein-Mann-Niederlassung in Landsberg.

„Das ist schon ein Thema, dass wir neue Leute einbinden wollen.“ – Burkhard Wagner

Das Konzept ist so einfach wie altmodisch: bankenunabhängige, ganzheitliche, diskretionäre Vermögensverwaltung, die auf den einzelnen Kunden zugeschnitten ist. Es gibt keine Kickbacks, keinen Robo. Was zählt, ist die Beziehung zum Mandanten. Die meisten Mitarbeiter bleiben dem Unternehmen viele Jahre treu, die Fluktuation ist bei Partners gering. „Auch das trägt dazu bei, dass sich unsere Kunden hier wohlfühlen“, sagt Wagner. „Letzte Woche kam eine unserer Assistentinnen zu mir – sie arbeitet schon seit mehr als 25 Jahren mit mir zusammen – und sagte mir, dass ein Kunde angerufen hatte und sie sich eine halbe Stunde miteinander unterhalten hatten. Dann habe ich gesagt: ‚Ach so, warum hast du ihn denn nicht durchgestellt?‘ Und sie hat gesagt: ‚Das hatte sich schon erledigt – der wollte mit mir sprechen.‘“

Immer wieder flechtet Wagner solche Anekdoten ein, die federleicht wirken und wie nebenbei deutlich machen, wie eingespielt das Partners-Team ist. Man kennt sich, man vertraut sich – und man weiß, was man aneinander hat. Tatsächlich setzt Partners bei der Auswahl seiner Berater auf gestandene Experten, die ihr Geschäft seit vielen Jahren kennen. Die Berufserfahrung der Berater beträgt durchschnittlich 30 Jahre. Ein Ausbildungsbetrieb ist Partners folglich nicht, dafür bietet das Unternehmen erfahrenen Leuten die größtmögliche Freiheit. „Wir schreiben niemandem vor, welche Produkte ein Berater seinen Kunden zu empfehlen hat“, sagt Wagner. „Diese Eigenständigkeit schätzen unsere Mitarbeiter.“

Drei Vorstände, drei Verantwortungsbereiche

Vor Partners hatte Wagner schon mehr als 20 Jahre bei verschiedenen Banken gearbeitet: zuerst als Wertpapierspezialist und später in der Vermögensbetreuung und Vermögensverwaltung bei deutschen Großbanken. Zuletzt war er als stellvertretender Leiter einer Tochter der Hypovereinsbank tätig, die sich auf Vermögensverwaltung konzentrierte. Dort lernte er Fetzer und Karlheinz E. Kron kennen. Die beiden arbeiteten dort damals als Berater. Gemeinsam mit Wagner beschlossen sie nach der Jahrtausendwende, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen.

„Die Kundenverbindung besteht teilweise schon seit mehr als 25 Jahren.“ – Frank Fetzer

2002 übernahmen sie die Firma Partners Equity Management. „Wir sind zu dritt mit Assistenten und Kunden in die bestehende Gesellschaft eingestiegen und haben sie gemeinsam aufgebaut“, erinnert sich Fetzer in einem Telefonat. Alle drei erhielten Anteile. 2010 kauften sie die Altaktionäre aus – eine Transaktion, für die Fetzer zuständig war. Als Faltermeier im November 2017 von der Hypovereinsbank zu Partners kam, gab Kron, der heute Partner und Vermögensmanager ist, einen Teil seines Anteils an ihn ab und behielt selber zehn Prozent. Mit Faltermeier will sich Partners behutsam verjüngen. „Das ist schon ein Thema, das wir hier haben, dass wir neue Leute einbinden wollen“, sagt Wagner.

Die drei Vorstände von Partners Vermögensmanagement: Frank Fetzer, Günther Faltermeier und Burkhard Wagner (von links nach rechts).

Im Vorstand kümmern sich Wagner, Fetzer und Faltermeier um unterschiedliche Schwerpunkte. Während Wagner die Firma als Sprecher nach außen vertritt, kümmert sich Faltermeier um die IT und das Personal. Fetzer wiederum ist seit der Übernahme 2002 für die Finanzen und die Steuern zuständig. Zudem berät er Mandanten. „Die Kundenverbindung besteht teilweise schon seit mehr als 25 Jahren und stammt aus meiner Zeit bei der Hypobank-Tochter“, sagt er.

Was auf die Auswahlliste kommt

Jeden Montag treffen sich die drei Vorstände mit Matthias Braunwalder, dem Leiter des Portfoliomanagements, im Investment-Komitee. Dann besprechen sie die Entwicklungen an den Märkten. „Wir haben einen regelbasierten Vermögensverwaltungsprozess, in dem auch das Risikomanagement berücksichtigt wird“, sagt Wagner. Die Ergebnisse diskutieren sie am Dienstagmorgen mit den Beratern. „Da wird auch kontrovers diskutiert. Das sind ja erfahrene Leute mit Sachverstand, die eigene Ideen haben. Denen schreiben wir nicht vor, was sie zu denken haben.“

In den Portfolios der Kunden finden sich Einzelaktien wie die der Allianz, von Reckitt Benckiser oder Johnson & Johnson, die Partners „ewige Aktien“ nennt. Aber auch ETFs von iShares, Xtrackers oder Vanguard schaffen es in die Portfolios der Kunden. Ab und zu kommen auch Indexzertifikate zum Eurostoxx 50 oder Rohstoff-Investments wie Xetra-Gold auf die Auswahlliste. Zu den aktiven Fonds im Angebot gehören zum Beispiel der Zantke EO Corporate Bonds AMI, der JPMorgan – US Technology oder der DWS Invest Global Infrastructure.

Zudem können Kunden in den hauseigenen Fonds investieren, den Partners 2007 aufgelegt hat und in dem derzeit rund €22 Millionen stecken. Der PVM Flex ist ein dynamischer, weltweit diversifizierter Mischfonds und fokussiert sich vor allem auf Aktien größerer Unternehmen, was man auch an den größten Positionen Ende Juli sieht: Apple, Amazon, SAP, Allianz und Alphabet machen zusammen fast 27% des Anlagevermögens aus. Aktiv bewirbt Partners den Fonds allerdings nicht.

Kunst im Büro und jede Menge Platz

In diesem Jahr hat Partners vor allem auf Branchen wie Ernährung, Technologie und Gesundheit gesetzt, die in der Erholung nach dem Absturz im März zu den Gewinnern zählten. „Wir sind gut durch die Krise gekommen“, sagt Fetzer: „Nach dem Marktabsturz haben wir ängstliche Anrufe von Kunden erhalten, und wenn wir dann erklärt haben, wo ihre Portfolios stehen, haben wir oft gehört: ‚Ach, das geht ja noch!‘“

In der Freizeit unternimmt Wagner gerne Wanderungen. Faltermeier mag es abenteuerlicher. Als Zwölfjähriger saß er in Tirol zum ersten Mal auf dem Mofa. „Meine Oma wohnte auf dem Dorf, und ich durfte mit dem Mofa zum Supermarkt fahren“, erzählt er – und gibt zu, dass er das seinen Kindern heute nicht erlauben würde. So entdeckte er seine Liebe zu Zweirädern. Im Sommer unternimmt er mit Freunden auf der Harley Davidson lange Ausfahrten. Im Jahr kommt er gut und gerne auf 5000 Kilometer. „Wenn man so lange Motorrad fährt, hilft einem die Erfahrung, auch in brenzligen Situationen Ruhe zu bewahren“, sagt er. „So ähnlich ist es mit den Märkten. Wir haben alle schon einige Marktkrisen erlebt und haben Erfahrung damit, wie wir uns in so einem Umfeld verhalten sollten.“

Der Umzug soll weiteres Wachstum der Firma begünstigen, auch personell.

Zum Schluss gibt Faltermeier eine Führung durch die neuen Räumlichkeiten. Über zwei Stockwerke erstreckt sich das Büro, an den Wänden hängen großflächige abstrakt-expressionistische Gemälde eines Münchner Künstlerpaares. „Die haben früher auch bei der Hypovereinsbank gearbeitet, aber es war Zufall, dass wir gerade diese Bilder hier aufgehängt haben“, sagt Faltermeier. „Wir erhalten keine Provision, wenn sie etwas verkaufen – dafür haben wir wechselnde Kunst an unseren Wänden.“ Das Gebäude wirkt weitläufig und luftig. Das liegt einerseits daran, dass das Büro nur halb besetzt ist. Aber auch daran, dass die Vorstände einen Ort ausgesucht haben, an dem die Firma in den nächsten Jahren weiter wachsen kann. „Wir haben noch jede Menge Platz“, sagt Faltermeier und lächelt verschmitzt. Mal sehen, ob jemand den Wink mit dem Zaunpfahl versteht.

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der 62. Ausgabe des Citywire Deutschland Magazins.

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