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US-Tech-Aktien mit hohen ESG-Scores performen besser

Die großen FAANG-Aktien wurden gesondert von den restlichen Tech-Werten betrachtet. Eine Outperformance von nachhaltigen Titeln gilt nicht nur für die größten Unternehmen des Sektors.

US-Tech-Aktien mit hohen ESG-Scores performen besser

Aus London berichtet Selin Bucak von Citywire Wealth Manager.

Große Technologieunternehmen, die gute Ergebnisse bei ESG-Scores erzielen, haben eine bessere Aktienkurs-Performance vorzuweisen, als die Firmen im Sektor, die bei Nachhaltigkeitsanalysen schlecht abschneiden. Das ergab eine neue Studie der Research-Plattform Invisage.

Für die Untersuchung wurden 300 Aktien von großen US-Technologieunternehmen analysiert und der Zusammenhang zwischen ESG und Aktienmarktperformance beobachtet. Dazu teilte Invisage das untersuchte Universum in zwei Körbe mit der Bezeichnung „Big Tech“ und „Rest of the Tech“ auf.

Zu dem Korb „Big Tech“ gehören Alphabet, Amazon, Apple, Facebook, Microsoft, Netflix, Nvidia und Tesla. Die weiteren 292 Unternehmen des Universums kamen dagegen in die Gruppe „Rest of the Tech“.

Anschließend wurden nach ihrem Risikogewicht optimierte ESG-Faktor-Portfolios für jeden Korb entwickelt. Die Studienersteller bezogen dabei zwölf marktübliche ESG-Key-Performance-Indikatoren (KPIs) ein. Daraufhin wurde ein Backtest über die vergangenen zehn Jahre durchgeführt – es wurde also simuliert, wie sich die Portfolios über diesen Zeitraum verhalten hätten.

Das Fazit lautet: „Es gibt spezifische KPIs, die sich auf die Investment Performance innerhalb von ESG-Scores beziehen. Wenn man in der Lage ist, diese zu identifizieren – wie Gemeinschaft und Wohltätigkeit, Umwelttransparenz, Vermeidung von Umweltverschmutzung, Management-Ethik – und ein Portfolio von Tech-Investitionen zusammenzustellen, das dies übergewichtet, können Sie 6% bis 8% zusätzliche Rendite ermitteln“, sagt Brijesh Malkan, CEO von AcquiredKnowledge, einer Unternehmensberatung, die mit Invisage zusammenarbeitet.

Als die Performance der Aktien von Februar 2010 bis August 2020 analysiert wurde, stellte Invisage fest, dass das Big-Tech-ESG-Portfolio eine annualisierte Performance von 40,57% erzielte, verglichen mit 33,96%, die der marktkapitalisierungsgewichtete Vergleichsindex erbringt.

Das „Rest of Tech“-ESG-Portfolio lieferte eine annualisierte Performance von 20,05%, verglichen mit 15,86% für den Index.

Gleichzeitig stellten die Forscher fest, dass Technologieunternehmen insgesamt bei den Themen „Vermeidung von Umweltverschmutzung“, „Transparenz im Umweltbereich“, „Vergütung und Zufriedenheit“ sowie „Vielfalt und Rechte“ besser abschnitten, bei den Faktoren „Gemeinschaft und Wohltätigkeit“ sowie „Nachhaltigkeit und Integration“ waren sie schlechter.

Die Studie, die Citywire Wealth Manager vorliegt, ergab außerdem, dass 21% der Nasdaq-Unternehmen, ein Viertel der „Big Tech“-Unternehmen und 20% der „Rest of the Tech“-Unternehmen ESG-Werte von unter 50 hatten, die mit einer Performance unterhalb des Marktdurchschnitts einhergehen würde.

Eine Übergewichtung großer Technologieunternehmen mit einem besseren Profil in den Bereichen „Offenlegung und Rechenschaftspflicht“, „Menschenrechte“ sowie „Vergütung und Zufriedenheit“ im Vergleich zu anderen Faktoren dürfte zu einer besseren Outperformance führen, so die Studie.

„Unsere Forschung zeigt, dass der Technologiesektor nicht immun gegen ESG-Risiken ist und dass es für Anleger nicht nur möglich, sondern entscheidend ist, aus ESG-Analysen Anlageerkenntnisse abzuleiten, um das Alpha-Potenzial zu identifizieren und die Abwärtsrisiken von Technologieinvestitionen zu mindern.”

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